Fokus mit ADHS: Eine Hauptsache pro Tag
Ich führe eine Firma mit vielen Projekten, und mein Kopf springt gern. Also baue ich die Arbeit so, dass sie dazu passt.
Das Gedächtnis liegt außerhalb vom Kopf
Russell Barkley beschreibt ADHS vor allem als Thema der Selbststeuerung. Sein praktischer Rat: Hilfen genau dorthin legen, wo die Arbeit passiert. Sich vorzunehmen, an etwas zu denken, reicht nicht.
Bei mir ist das ein digitales Zweites Gehirn. Projekte, Entscheidungen, Fristen und Ideen stehen in Textdateien. Ein Briefing zeigt mir am Morgen, was heute dran ist. Ich muss nichts im Kopf halten.
Eine Hauptsache pro Tag
Um 08:30 mache ich einen kurzen Check: ein Versprechen an mich, eine Hauptsache. Mehr nicht. Wenn der Tag kippt, weiß ich trotzdem, was zählt.
Was mir im Alltag hilft
- 20-Minuten-Blöcke. Ein kleiner Block lässt sich leichter anfangen als ein ganzer Nachmittag.
- Ergebnis zuerst. Texte und Antworten beginnen mit dem Wichtigsten.
- Unter Leuten arbeiten. Ich lerne gern unterwegs, mit anderen Menschen um mich herum. Das nennt sich Body Doubling.
- Lernen am echten Projekt. Theorie bleibt hängen, wenn ich sie sofort anwende.
Cal Newport zeigt in Deep Work, wie wertvoll ungestörte Arbeit ist. Meine Übersetzung: Geschützte Zeit muss kurz genug sein, damit ich überhaupt anfange.
Die Falle: neue Ideen
Neue Ideen fühlen sich gut an. Deshalb brauche ich einen Filter. Jede Idee kommt erst in den Eingang. Gebaut wird sie nur, wenn sie den Test aus meinem Artikel zum Kundenbedarf besteht.
Hinweis: Das hier ist mein Erfahrungsbericht, kein medizinischer oder therapeutischer Rat.
Zum Weiterlesen
- Russell A. Barkley: Taking Charge of Adult ADHD (2010)
- Edward M. Hallowell, John J. Ratey: Driven to Distraction (1994)
- Cal Newport: Deep Work (2016)
In short
How I keep focus with ADHD: reminders live outside my head, one main task per day, short 20-minute blocks, and a filter for new ideas.