Work-Life-Balance: Sonntag ist kein Ship-Tag
Für mich ist Work-Life-Balance kein Gefühl, das irgendwann von selbst kommt. Sie ist eine Regel im Kalender: Sonntag wird nichts ausgeliefert.
Eine Regel statt eines Ziels
Seit August gibt es bei uns im Kalender den Eintrag „Kein Ship-Tag“. Sonntag gehört nicht der Firma. Ideen, die trotzdem kommen, parke ich und bearbeite sie nicht.
„Mehr Balance“ kann ich nicht prüfen. „Sonntag kein Release“ schon. Eine klare Grenze lässt sich prüfen, ein Vorsatz nicht.
Was Burkeman dazu sagt
Oliver Burkeman schreibt in Four Thousand Weeks, dass ein Leben rund 4000 Wochen hat. Man wird nie alles schaffen. Das klingt hart. Sein Punkt: Wer das akzeptiert, wählt bewusst aus, statt immer weiter aufzuholen.
In einer Firma mit über 20 Projekten heißt das: Jedes Ja ist ein Nein zu etwas anderem. Auch zum Sonntag.
So sieht es im Alltag aus
- Der Montag ist Planungstag. Die Woche wird geplant, bevor sie läuft.
- Der Abend hat ein Ende. Um 21:00 schreibe ich drei Dinge auf, die geklappt haben.
- Handyfreie Tage. An einzelnen Tagen bleibt das Handy aus.
Ehrlich bleiben
Diese Serie ist an einem Sonntag online gegangen. Die Regel reißt also auch bei mir. Das ist kein Grund, sie aufzugeben. Sie zeigt mir nur, wann eine Woche zu voll war.
Zum Weiterlesen
- Oliver Burkeman: Four Thousand Weeks (2021), dazu unser Kachelraster
- Michael E. Gerber: The E-Myth Revisited, dazu unser Artikel
In short
Work-life balance, for me, is a rule rather than a feeling: Sunday is not a shipping day. Oliver Burkeman's Four Thousand Weeks is a reminder that not everything fits.